Ende August habe ich zum ersten Mal nachgesehen, welche Seiten von frindz.ai eigentlich bei Google im Index stehen. Nicht über die Oberfläche, sondern Adresse für Adresse über die Prüf-Schnittstelle der Search Console. Acht von zehn waren drin. Es fehlten das Impressum, das war mir ehrlich gesagt egal, und /details. Das ist die Seite mit unseren Kundenbeispielen. Also ausgerechnet die, die ein Interessent sehen soll, bevor er anruft.
Als Grund stand da ein Satz, den vermutlich jeder kennt, der mal in die Search Console geschaut hat: „Gefunden – zurzeit nicht indexiert.“
Mein erster Verdacht
Ich war mir ziemlich sicher, woran es liegt. /details besteht vor allem aus Vorschauen echter Kundenseiten, eingebettet als kleine Fenster, dazu kurze Beschreibungen. Viel Bild, wenig Text. Google hält die Seite für dünn, dachte ich, und lässt sie weg.
Die Aufgabe hatte ich schon im Kopf: Text schreiben. Vorher wollte ich nur kurz nachzählen.
Nachgezählt
Ich habe die Wörter gezählt, die auf jeder Seite ohne JavaScript stehen. Das ist ungefähr das, was ein Crawler auf jeden Fall zu sehen bekommt.
| Seite | Wörter | Bei Google? |
|---|---|---|
/details |
488 | nein |
/marketing |
432 | ja |
/website-check |
207 | ja |
Die beiden Seiten mit weniger Text waren im Index. Damit war mein Verdacht erledigt, bevor ich eine Zeile geschrieben hatte.
Nächster Gedanke: schlechte Verlinkung. Auch nicht. Jede Seite der Domain verlinkt auf /details, die Startseite sogar dreimal. Die Seite antwortete in 89 Millisekunden, stand in der Sitemap und war für Suchmaschinen freigegeben.
Die Antwort stand in den leeren Feldern
Die Prüf-Schnittstelle liefert zu jeder Adresse ein paar Felder mit: wann Google zuletzt da war, welche Adresse Google für die maßgebliche hält, wie die Seite abgerufen wurde. Bei den acht indexierten Seiten war das alles ausgefüllt. Bei /details stand in jedem dieser Felder nichts.
Google hat die Seite nie gelesen. „Gefunden“ meint wirklich nur: Die Adresse steht auf einer Liste. Ein Urteil über den Inhalt gibt es nicht, weil Google den Inhalt nie gesehen hat. Ich hätte also Texte für einen Leser geschrieben, der gar nicht vorbeikommt.
Bei „Gecrawlt – zurzeit nicht indexiert“ sieht es anders aus. Dort hat Google die Seite gelesen und sich dagegen entschieden, und dann lohnt sich die Arbeit am Inhalt. Bei „Gefunden“ lohnt sie sich noch nicht.
Was wir gemacht haben, und was es gebracht hat
Bis Ende August hatten wir Google nie eine Sitemap gegeben. Die Seiten wurden nur über Links entdeckt. Ende August haben wir die Sitemap eingereicht und sind davon ausgegangen, dass sich das in ein, zwei Wochen erledigt.
Für diesen Artikel habe ich am 24. September noch einmal gemessen. Stand: weiter acht von zehn. /details und das Impressum sind immer noch nur gefunden, immer noch nie abgerufen. Die Sitemap allein hat an diesen beiden Seiten in knapp vier Wochen nichts geändert.
Ich hätte den Artikel gern mit einem Erfolg beendet. Der nächste Schritt ist jetzt der, den wir damals aufgeschoben haben: in der Search Console unter „URL prüfen“ für beide Adressen von Hand die Indexierung beantragen. Automatisch geht das für normale Seiten nicht, die Schnittstelle dafür ist nur für Stellenanzeigen und Livestreams vorgesehen. Sobald sich etwas tut, trage ich das Ergebnis hier nach.
Wenn Sie denselben Satz in Ihrer Search Console sehen
Schauen Sie zuerst nach dem Crawl-Datum. Steht dort eines, hat Google die Seite gelesen, und die Arbeit am Inhalt lohnt sich. Fehlt es, hilft Ihnen mehr Text nicht.
Die Sitemap einzureichen schadet nicht, bei uns hat sie in vier Wochen aber nichts bewegt. Was bleibt, ist die halbe Minute pro Adresse unter „URL prüfen“, die wir selbst so lange aufgeschoben haben.
Hätte ich nicht nachgezählt, säße ich jetzt an ein paar Hundert Wörtern Zusatztext für eine Seite, die Google noch nie geöffnet hat.
