Auf die Frage „Was kostet eine Website?" bekommen Sie fast nie eine Zahl. Sie bekommen ein Erstgespräch. Das hat einen sachlichen Grund, der Aufwand hängt wirklich vom Umfang ab. Und einen unsachlichen: Wer Ihr Budget kennt, bevor er den Preis nennt, nennt einen anderen Preis.
Ich nenne hier Zahlen. Unsere eigenen sowieso, die stehen ohnehin öffentlich auf der Preisseite. Für die anderen Wege gebe ich Richtwerte, so wie sie uns in Angeboten und Gesprächen begegnen. Eine eigene Marktstudie ist das nicht, nehmen Sie die Spannen als Orientierung.
Vier Wege, vier Preislogiken
Baukasten. Wix, Jimdo, Squarespace: 0 bis 30 € im Monat für die Software. Der eigentliche Preis steht nicht auf der Rechnung, sondern in Ihrem Kalender. Texte, Bilder, Struktur, die SEO-Grundlagen: alles Ihre Arbeit. Rechnen Sie mit 20 bis 60 Stunden, bis etwas Vorzeigbares dasteht. Zum Ausprobieren ist das völlig in Ordnung. Der Haken kommt später: Ihr Auftritt sieht aus wie tausend andere, weil er aus derselben Vorlage kommt.
Freelancer. 1.500 bis 4.000 € für drei bis fünf Seiten, je nach Erfahrung. Sie bekommen einen Ansprechpartner, der Ihr Projekt tatsächlich kennt. Sie bekommen aber auch ein Klumpenrisiko: Wenn diese eine Person krank wird, umzieht oder das Interesse verliert, steht Ihre Website still. Und niemand außer ihr weiß, wie sie gebaut ist.
Agentur. Angebote für einen ordentlichen Mittelstands-Auftritt liegen nach dem, was wir sehen, meist zwischen 3.000 und 8.000 €. Nach oben ist viel Luft: mehrsprachig, eigenes Redaktionssystem, aufwändige Konzeption. Da sind 20.000 € und mehr nichts Ungewöhnliches. Dafür arbeitet ein eingespieltes Team aus Konzept, Design, Text und Technik an Ihrer Seite statt einer Person mit vier Hüten.
Website im Abo. Ein Monatspreis statt einer Anfangsinvestition, Hosting und Wartung inklusive. Bei uns sind das 199 €/Monat für einen Premium-One-Pager, 349 €/Monat für die mehrseitige Business-Website (die Stufe, die wir meistens empfehlen) und 549 €/Monat mit KI-Bausteinen und Conversion-Optimierung, alles zzgl. MwSt. Die Mindestlaufzeit ist zwölf Monate. Der Reiz liegt weniger im Einstiegspreis als darin, dass eine Textänderung keine Rechnung auslöst.
| Modell | Startpreis | Laufende Kosten | Ihr Zeitaufwand |
|---|---|---|---|
| Baukasten | 0 € | 0–30 €/Monat | Sehr hoch |
| Freelancer | 1.500–4.000 € | Wartung meist extra | Mittel |
| Agentur | 3.000–8.000 €+ | Wartung meist extra | Niedrig |
| Website im Abo | 0 € Einstieg | ab 199 €/Monat, alles inklusive | Niedrig |
Wann unser eigenes Abo die schlechtere Wahl ist
Rechnen wir es ehrlich durch. 199 € im Monat sind 2.388 € im Jahr. Unser Starter-Einmalkauf kostet 1.490 €. Im ersten Jahr fahren Sie mit dem Kauf also fast 900 € besser.
Ab dem zweiten Jahr dreht sich das, sobald Pflege, Hosting und Änderungen einzeln dazukommen. Aber eben nur dann. Wenn Ihre Website eine Visitenkarte ist, die drei Jahre unverändert stehen bleiben darf, kaufen Sie sie. Das Abo lohnt sich, wenn sich etwas bewegt: neue Leistungen, neue Standorte, saisonale Angebote, laufendes SEO.
Unsere Einmalpreise, damit Sie rechnen können: 1.490 € (Starter, Premium-One-Pager), 3.490 € (Business, mehrseitig mit individuellem Design), 6.900 € (Premium, mit vollem SEO- und GEO-Feinschliff). Alles netto.
Was den Preis wirklich treibt
Am meisten treibt der Umfang den Preis. Ein One-Pager mit drei Abschnitten steht in Tagen. Sechs Unterseiten bedeuten sechsmal Konzept, sechsmal Text, sechsmal Korrekturschleife. Und der Text ist fast immer der Teil, der länger dauert als geplant.
Danach kommt die Frage, ob Vorlage oder eigenes Design. Ein angepasstes Template ist billiger, ohne Frage. Es sieht dann eben auch aus wie die anderen Seiten der Branche. Ob Ihnen das etwas ausmacht, hängt davon ab, ob Ihre Kunden Sie vergleichen, bevor sie anrufen.
Und dann die KI-Bausteine: Chatbot ab 99 €/Monat, Call Agent ab 299 €/Monat plus Gesprächsminuten. Einen Chatbot würde ich nur einbauen, wenn heute schon Anfragen liegen bleiben, abends oder am Wochenende.
Ein Faktor steht in keinem Angebot: wie schnell Sie liefern. Verzögerungen entstehen selten an der Technik. Meist fehlt eine Zeile fürs Impressum, ein Foto, das noch kommen sollte, oder eine Freigabe, auf die niemand antwortet. Wer beim Start eine Stunde investiert und Texte, Bilder und Ansprechpartner zusammenlegt, spart am Ende Wochen.
Die Posten, die im Angebot fehlen
Der Website-Preis ist selten der Endpreis. Hosting, SSL, Sicherheitsupdates, Änderungen nach dem Launch (bei vielen Anbietern nach Stundensatz) und SEO, das in den wenigsten Angeboten automatisch mitläuft.
Bei einem Abo-Modell steckt das im Monatspreis. Bei Einmalkauf und Freelancer lohnt sich eine einzige Frage vor der Unterschrift: Was kostet mich diese Website im zweiten Jahr, wenn ich nichts Neues bestelle? Auf diese Frage bekommen Sie sehr schnell sehr aufschlussreiche Antworten.
Woran Sie ein ernstzunehmendes Angebot erkennen
Ein Entwurf, bevor Sie unterschreiben. Wer Ihnen erst nach der Anzahlung zeigt, wie die Seite aussehen soll, hat die Reihenfolge vertauscht.
Eine schriftliche Liste dessen, was inklusive ist. Hosting, SSL, Wartung, Textänderungen: Was nicht im Angebot steht, kostet später extra.
Referenzen als Adressen, die Sie selbst aufrufen können. Unsere stehen unter Beispiele & Referenzen, zwei davon laufen unter eigener Kundendomain: hilker-health.de und vitalwelt-teamhameln.de.
Eine Zeitangabe, die Sie ernst nehmen können. „In 24 Stunden fertig" heißt Vorlage mit ausgetauschtem Logo. Tage bis wenige Wochen ist die ehrliche Spanne.
Und die Frage, die am häufigsten vergessen wird: Wem gehört die Seite, wenn Sie gehen? Klären Sie vorher, ob Sie Inhalte und Domain mitnehmen können. Bei manchen Baukasten- und Abo-Angeboten können Sie das nicht.
Die Region des Anbieters ändert am Preis wenig. Die Branche schon: Ein Ein-Personen-Betrieb kommt oft mit einem One-Pager aus, während ein Handwerksbetrieb mit mehreren Standorten oder eine Kanzlei mit Fachbereichen Struktur braucht, und damit die mehrseitige Variante.
Realistisch liegen seriöse Angebote für den Mittelstand zwischen rund 800 € für einen schlichten One-Pager und 20.000 €+ für komplexe B2B-Projekte. Darunter fängt Baukasten-Marketing an, darüber Enterprise-Aufwand, den die allerwenigsten Mittelständler wirklich brauchen.
Und fragen Sie jeden Anbieter, was Sie die Seite im zweiten Jahr kostet, wenn Sie nichts Neues bestellen. Die Antwort sagt mehr als jedes Angebot.
